Bremer Bahnhofsvorplatz in den letzten 90 Jahren

Vorbemerkung:
Mit der vom Senat beschlossenen Bebauung des Platzes sind viele Bremer immer noch nicht einverstanden. Dies ist z. B. an Hand der veröffentlichen Meinungen abzulesen.
Weiterhin gibt es eine Reihe von Aktivitäten, wie z.B.

  • Bremer Bahnhofsplatz-Initiative.de
  • Schwabenstreich Bremen-Oldenburg
  • Die Linke in Bremen
  • Mehr Demokratie e.V.

Einige Rückblicke: Ein Foto von 1925

image001
Ein weiteres Foto von 1939

image003

Nach den Zerstörungen durch den Krieg: Neuplanung 1962

image005

Dann ein Platz mit Osterglocken 1973

image007

Ein weiteres Model von 1976

image009

Aber immer noch blieb der Platz nicht richtig beplant und genutzt.
Viele Jahre nach dem Wiederaufbau der Stadt wurde der Platz vom Senat als „Investorengrundstück“ angesehen. Die Finanzlage verschlechterte sich in Bremen mehr und mehr, so beschloss man das Grundstück von 5.500 m² für 15 Millionen € zu verkaufen.
Da man jedoch keinen Käufer fand, wurde das Grundstück beliehen und man konnte mit dem Geld eine Haushaltslücke schließen.
Erst in den letzten Jahren gelang es einen Investor zu finden, der jedoch nicht bereit war den geforderten Grundstückspreis zu zahlen. Man einigte sich dann endlich auf einen Kaufpreis von 5,9 Millionen €. Dem Investor wurden außerdem erhebliche Zugeständnisse gemacht. So wurden neben den 3 Untergeschossen mit den erforderlichen Stellplätzen für die PKWs auch noch unterirdische Geschäfte zugesagt.
M.E. handelt es sich hier auch um eine Verschleuderung von Staatsvermögen!

image011

Der Investor gibt die erforderlichen Kosten der Bebauung mit 100 Millionen an, dafür darf das Grundstück mit fast 100 % bebaut werden, so dass kein Platz für einen einzigen Baum mehr vorhanden ist. Auch die erforderlichen Stellplätze für die Fahrräder der Kunden und Mitarbeiter können nur unten im Keller vorgesehen werden.
Meine Foto vom 26.08.2013 zeigt die inzwischen gefällten, gut gewachsenen Laubbäume auf dem Bahnhofsvorplatz.
Nehmen wir einmal an, dass ein Privatmann auf diesem Grundstück bauen wollte, hätte nach meinen Erfahrungen der Umweltsenator verlangt, dass um diese Bäume herum gebaut werden muss.
Da aber der Bausenator das geplante Bauvorhaben will, zählt diese Überlegung nicht.

image013

Dem Beirat Mitte wurde lediglich vom Bausenator dies Bild mit Grünstreifen und kräftigen großen Bäumen vorgelegt, es sind also Potemkin’sche Bilder!
Leider kann der Bauherr dieses Bild nicht realisieren, weil er gemäß Bauantrag von den
5.500 m² 5.400 m² überbauen will, so dass überhaupt kein Platz mehr für einen einzigen Baum besteht.
Vielleicht sind deshalb auch die Bäume so schwach und so groß dargestellt, damit man sie schnell wieder ausradieren kann?

Interessant ist auch die Frage, was das einzelne Fahrrad auf dem Bild darstellen soll?
Es benutzen immerhin 25 % der Berufstätigen bei ihrer Fahrt zur Arbeit in die Stadt Bremen das Fahrrad.

image015
Wie viele Fahrrad-Stellplätze hierfür in dem „Riesenbau“ vorgesehen sind, ist bisher noch nicht bekannt.

Schauen Sie daher noch einmal auf die schönen gesunden Laubbäume auf dem Bahnhofsvorplatz.

image017

Auch auf diesem Lageplan, der dem Beirat vorgelegt wurde, sind zahlreiche Bäume eingezeichnet, die aber niemals eingepflanzt werden.

image019

Stadtplanung in Bremen

image021

Kurier am Sonntag, den 15.09.2013

Hier gehen nur wenige Menschen vorbei!

Aber am Bahnhofsvorplatz gehen an Werktagen täglich 100.000 Menschen vorbei!

Aus einem Bericht vom Dezember 2012 habe ich die nachstehende Fotomontage entnommen.

image022

Ich habe das gleiche Motiv nunmehr im Stadtentwicklungsplan 2025 entdeckt.

image023

Die Bebauung sieht hier aufgelockerter aus, um mehr Wirkung als noch „vorhandener Bahnhofsvorplatz“ zu erzielen.

Die Fußgänger sind dieselben, nur die Gebäude sind inzwischen viel kleiner dargestellt.

Aber leider soll die Bebauung bis nahe an den Straßenbahn- und Busbahnhof herangehen.

image025

Das Gebäude soll so groß wie das gesamte Grundstück werden.
Die Front der Geschäfte geht dann bis an die Bahnsteige heran, so dass kein Platz mehr vor dem Gebäude für die Bremer zum Flanieren bleibt!

Die vorgesehene Bebauung mit den „Betonklötzen“ erinnert stark an die im Bau befindlichen Gebäude des Bundes-Nachrichtendienstes in Berlin.

image027   image028   image029

Die Baukosten für diesen Gebäudekomplex betragen bisher schon 891 Millionen €.
Für das Hauptgrundstück sind 48 Millionen € gezahlt worden.

Will Bremen als alte Hansestadt die Scheußlichkeit dieser Betonklötze noch übertrumpfen?

image032
Foto Th. Joswig

Es gibt also keinen verbleibenden „Platz“ mehr und die abgebildeten Fußgänger können
dort nicht mehr flanieren gehen.

Unser schöner alte Bahnhof hat solche Betonklötze vor seiner
„Denkmal geschützten Fassade“ nicht verdient.
Das ist Betrug an der Bevölkerung!

Klaus Feldtmann

Advertisements

Ein Gedanke zu “Bremer Bahnhofsvorplatz in den letzten 90 Jahren

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s